Ich beglückwünsche SYRIZA zu seinem großartigen Wahlsieg.

Mit SYRIZA haben wir in der Vergangenheit oft zusammen für die Ziele der nationalen Unabhängigkeit und Souveränität, für die Befreiung des griechischen Volkes von Fremdherrschaft sowie für dessen Rechte gekämpft. Darum ist für mich die Höhe des Anteils der Wählerstimmen, die für SYRIZA abgegeben wurden, ein sehr positives Zeichen.

Zugleich möchte ich betonen, dass das neue Parlament und die neue Regierung zwar aus dem bestehenden System hervorgegangen sind, jedoch eigentlich den Absichten der Anti-Memorandumsparteien entspringen.
 
Das bedeutet, dass wir uns jetzt am Anfang eines leidvollen Wegs befinden, also an dem Punkt, an dem die Programme und die Versprechen zu Taten und zu Resultaten führen müssen.
 
 
Wir dürfen nicht vergessen, dass das griechische Volk in seiner Mehrheit erwartet, dass sich ein umfassender System-Wandel vollzieht, entsprechend den ausdrücklichen Zusagen und Wahl-Versprechen vor allem von SYRIZA aber auch von ANEL (Unabhängige Griechen), die ein Ende der Memoranden vorsehen, ein Ende der Troika-Politik sowie des unerträglichen Drucks von außen. Darum vor allem konnte SYRIZA so viele Wähler gegen jene Politik der Memorandenparteien, die in Griechenland seit 2010  herrschten, in seinen Reihen vereinen.  
 
Die Ergebnisse der gestrigen Wahl zeigen ganz klar, dass eine große Mehrheit unseres Volkes die Abhängigkeit unseres Landes von fremden Mächten nicht mehr akzeptiert. Es will seine nationale Unabhängigkeit, die für uns, die SPITHA-Bewegung, das höchste und eigentliche Ziel ist.
 
Wir waren schon immer der Überzeugung, dass es in unserem Volk diese massive Mehrheit gibt, die die Abhängigkeit von fremden Mächten ablehnt und sich eine nationale Unabhängigkeit wünscht. Aus diesem Grund haben wir die Bewegung EL.LA.D.A gegründet, in der Hoffnung, dass diese Mehrheit sich vereinen könnte in einer großen, dem Wohl unseres Volkes und unseres Landes dienenden Bewegung, die dazu imstande wäre, es mit dem bestehenden System (einem Gemisch aus in- und ausländischen Kräften) aufzunehmen, unser Land von jedweder Fremdbestimmung zu befreien und ihm die nationale Unabhängigkeit zu schenken.

Dieser Vision bleibe ich treu. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht jede Initiative der neuen Regierung begrüßen und sie unterstützen werde, falls sie tatsächlich den Mut aufbringen sollte, sich mit den Gegnern unseres Volkes  anzulegen. Ich werde außerdem jeden Versuch der neuen Regierung unterstützen, der dazu dient, all jenen Ungerechtigkeiten, die es in unserem Land gibt, ein Ende zu setzen und der einen Ausweg aus dem Klammergriff der Memoranden zum Ziel hat.

Der nötige Realismus und unsere Liebe zum Volk verpflichten uns, an diesen Kämpfen teilzuhaben und unserer Verbitterung - im Hinblick auf die Spaltung unserer Volksfront in von einander unabhängige und oftmals sich bekämpfende Partei-Gruppen -  entgegenzuwirken, damit wir nicht zu passiven Beobachtern werden.
 
Zudem sind wir alle, die wir dem außerparlamentarischen Spitha-Netzwerk EL.LA.D.A. angehören, und zwar unter Einbeziehung all unserer Kräfte, bereit, jede Herausforderung anzunehmen, um unserem Ziel, unsere nationale Unabhängigkeit zu erringen, näher zu kommen.

Athen, 26.1.2014
Mikis Theodorakis
 
Übertragung: Ina Koutoulas