Die Stimme Griechenlands - Mikis Theodorakis wird 90

So lautet der Titel des dpa-Berichts, der bereits in mehreren Zeitungen erschienen ist, und der so oberflächlich und reich an Irrtümern und Halbwahrheiten ist, dass wir uns verpflichtet sehen, ihn zu korrigieren und so manches darin richtigzustellen.

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Einer der letzten weltweit bekannten Griechen, Mikis Theodorakis, wird 90 Jahre alt. Die „Stimme Griechenlands“ erreicht immer noch Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Musiker, Widerstandskämpfer, Komponist, Dirigent und Politiker: All das vereint Mikis Theodorakis, der am Mittwoch (29. Juli) 90 Jahre alt wird, in einer Person. Er gilt als die Stimme Griechenlands und als Komponist der heimlichen griechischen Nationalhymne( sic!): der Musik zum Film „Alexis Sorbas.“

Theodorakis hat das Dirigieren und Komponieren seit langem aufgegeben (n. b.: das stimmt nur halb: er dirigiert nicht mehr, komponiert aber noch, selbst wenn diese Kompositionen eher Neuinstrumentierungen oder Neufassungen als ganz neue Werke darstellen). Das Bild des 1,90 (1,96!) Meter großen Mannes, der mit ausgestreckten Armen („wie ein Adler“, schrieben Zeitungen) Orchester, Sänger und manchmal auch das Publikum „in den musikalischen Himmel“ erhob, sieht man nur noch im Fernsehen oder in alten Filmen.

„Mikis“, wie jeder in Griechenland ihn nennt, wirkt jedoch immer noch (geistig) jung und dynamisch (aber er kann nicht mehr gehen und wird im Rollstuhl gefahren), wenn er sich mit leuchtenden Augen und lauter Stimme zu politischen Themen äußert, die sein Land beschäftigen. Zwar hat er sich zunehmend in sein Haus unterhalb der Akropolis von Athen zurückgezogen. Doch jeder, der in Griechenland eine Rolle spielt, muss einmal mit Mikis gesprochen haben. Zuletzt war es Regierungschef Alexis Tsipras, der ihn nach seinem Wahlsieg im Januar besuchte. Theodorakis gab ihm mit den Worten «Ich stehe Dir bei» bildlich seinen Segen.

Zur Musik kam der 1925 auf der Ägäisinsel Chios geborene Theodorakis durch einen alten Film über Beethoven (der 1942 von den deutschen Besatzern in Griechenland gezeigt wurde). „Ich sah den Film zusammen mit meinem Vater. Ich war fasziniert“, erzählte er in einem Interview des griechischen Fernsehens. „Ich bat meinen Vater, der beruflich nach Athen fuhr, mir alles zu bringen, was er in der Hauptstadt über Musik finden konnte. So fing es an.“

Später studierte er Musik am Athener Konservatorium (wenn er gerade nicht gesucht und verfolgt wurde).

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er Widerstandskämpfer. Bei Demonstrationen 1944-45 gegen die Engländer, die die Griechen um ihren Sieg beraubt hatten, wurde er so schwer verwundet, dass er für tot gehalten wurde: Sein rechtes Auge aber hatte 90 Prozent seiner Sehkraft verloren. Beim anschließenden Bürgerkrieg (19476-1949) schlug er sich auf die Seite der Linken (NEIN: er stand  selbstverständlich auf der Seite der Linken). Er wurde verhaftet, in die Verbannung auf die Insel Ikaria geschickt, danach auf die Schreckensinsel Makronissos, wo er furchtbar gefoltert (man brach ihm das rechte Bein) und zweimal lebendig begraben wurde.

1954 erhielt er die Erlaubnis, nach Paris zu fahren, um dort am konservatorium zu studieren, Sein Lehrer war Olivier Messsiaen.

Als Komponist wurde Theodorakis Anfang der 1960er Jahre in Griechenland berühmt durch „Epitafios“, „Axion Esti“, „Das Lied vom Toten Bruder“, sodann weltbekannt mit der Musik zu „Alexis Sorbas“, dem Film von Michael Cacoyannis mit Anthony Quinn in der Titelrolle.

Danach kämpfte er gegen die Obristenjunta in Griechenland (1967-1974). Er wurde festgenommen und gefoltert, in die Isolation des Bergdorfes Zatouna verbannt, ins KZ-Oropos überführt. Auf internationale Intervention hin, durfte er 1970 ins Pariser Exil, wo er bis 1974 lebte. Dort komponierte er „Axion Esti“, „Das Lied vom Toten Bruder“und den „Canto General“ auf das Gedichtepos von Pablo Neruda.

Nach der Wiederherstellung der Demokratie 1974 kehrte er in seine Heimat zurück und startete (NEIN: Es folgte, bedingt durch die Zustände in der neu entstehenden Demokratie) ein politisches Wechselspiel ohnegleichen. Theodorakis wurde Abgeordneter für die Kommunisten; als sie ihn enttäuschten, wurde er für die Konservativen (NEIN! als Unabhängiger!) ins Parlament gewählt. Zwei Jahre lang war er, nach den Skandalen von Andreas Papandreou und seiner PASOK (Sozialisten),  Minister ohne Amtsbereich der konservativen Partei, danach näherte er sich den Sozialisten an.(NEIN! Er gab die Parteipolitik auf.)

Doch als Opportunist hat ihn niemand bezeichnet. Denn Theodorakis ist, wie man in Athen sagt, „die Stimme der Volkes“, stets kämpft er gegen anmaßende Autorität und Unrecht. Nach Ausbruch der schweren Finanzkrise gründete er aus Protest gegen die harten Sparmaßnahmen eine Bewegung gegen die Unterwerfung Griechenlands (SPITHA = der Funken). Sie blieb ohne den erhofften politischen Widerhall. Theodorakis wird aber respektiert, egal, was er sagt und tut, meint die griechische Presse. Seine Musik klingt bei jeder Feierlichkeit, bei jeder politischen Massenveranstaltung und bei jeder auch noch so kleinen Feier der Griechen.

Herr Takis Tsafos, Ihr Beitrag muss als „ungenügend“  bewertet werden.

Übrigens, der gleiche Artikel wurde bereits 2005 verwendet und nur wenig angepasst:... Danke, Petra Klapproth für den Hinweis!

http://www.thassos-forum.de/viewtopic.php?t=4049

 

Am Dienstag, dem 14. Juli, kurz vor der entscheidenden Abstimmung im griechischen Parlament, fand ein Konzert zu Ehren von Mikis Theodorakis statt im Athener Irodion statt. Auf dem Progamm: Erste Symphonie und "Axion Esti". Mitwirkende waren Giorgos Dalaras, Dimitri Platania, Αkis Sakelariou, das Staatliche Orchester Athen, der Chor der Stadt Athen, der Chor der Nationalen Technischen Universität, der Chor Melodoi. Die Darbietung stand unter der bewährten Leitung von Loukas Karitinos.

Auf YouTube:
Irodion:  Theodorakis steigt aus dem Auto

Bericht über das Konzert und sein Umfeld von Asteris Kutulas:
https://www.jungewelt.de/2015/07-17/018.php

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Wir erlauben uns, der Zeitung JUNGE WELT die Quintessenz der rezentesten Erklärung von Mikis Theodorakis zu veröffentlichen und mittels unsere Homepage zu verbreiten:

Der griechische Komponist und ehemalige Widerstandskämpfer Mikis Theodorakis hat die griechische Linke und die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) aufgefordert, in einer breiten »Volksfront« gegen »das System« des Finanzkapitalismus und seine politischen Helfer aufzustehen. In einer junge Welt übermittelten Erklärung bedauerte Theodorakis am Mittwoch den »historischen Fehler« der Syriza-Regierung bei den Verhandlungen mit den mächtigen Vertretern der sogenannten Euro-Gruppe. Die fünf Monate Amtszeit des im Januar gewählten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras hätten »bewiesen, dass es unmöglich ist, das System von innen heraus – als Parlament und Regierung – zu bekämpfen«. »Das System« werde jegliche griechische Regierung, sei sie auch demokratisch gewählt, »immer dazu zwingen, den Handlanger zu machen«.

Im besten Fall werde man Athen die Rolle »des Verwalters« der Interessen einer »fremden Macht« gegen den Widerstand des Volkes zubilligen. »Sie werden dich also zwingen, das genaue Gegenteil von dem zu tun, wofür du mit deinem Programm angetreten bist.« Die Verantwortlichen des dritten Griechenland-Memorandums und die hinter ihnen stehenden global vernetzten finanzkapitalistischen Wortgeber sind nach Ansicht des fast 90 Jahre alten, in Griechenland nach wie vor hoch geachteten und gehörten Musikers und früheren Politikers der Kommunistischen Partei nur zu schlagen, »wenn eine Regierung im Einklang mit dem Volk die reaktionäre Macht bekämpft und sich nicht statt dessen zum Organ des Systems machen lässt«.

Das habe auch Tsipras’ Partei erklärt, bevor sie gewählt worden sei und Regierungsverantwortung übernommen habe. Leider fließe mit der Regierungsmacht »soviel Honig (in Griechenland auch Synonym für Korruption, jW), dass ihr schnellstens euer eigenes Ich vergesst, sobald ihr Abgeordnete und Minister seid«. Theodorakis nannte es »ein Verbrechen«, dass die Regierung in den Monaten seit der Wahl und vor allem in den vergangenen Wochen das »Sterben der kleinen Produkteure und des Mittelstands« zugelassen habe. Mit ihnen sei auch die seelische und die moralische Kraft des Volks gestorben, das – indem es laut »Oix« (nein) gerufen habe – »seinen Körper und seine Psyche erschöpfte, es hat alles gegeben«.

Weiterlesen: THEODORAKIS: "WIDERSTAND STATT UNTERWERFUNG"

Soeben erschien im renommierten von Bockel Verlag Neumünster ein überaus wichtiges Buch zu Leben und Werk von Mikis Theodorakis, verfasst von einem der treuesten und kompetentesten Anhänger und Freunde des griechischen Komponisten: Dr. Gerhard Folkerts, Pianist und selbst Komponist.

 Sein Titel: Mikis Theodorakis. Seine musikalische Poetik

 Die bedeutsame Veröffentlichung umfasst 412 Seiten, zahlreiche Illustrationen und Notenbeispiele.

 Es dürfte die wohl wichtigste musikalische Auseinandersetzung mit dem immensen Schaffen des griechischen Komponisten sein, die bisher erschienen ist.

 Wir werden später näher auf dieses Buch zurückkommen, das gerade rechtzeitig zum 90. Geburtstag von Mikis Theodorakis erschienen ist.

 Als Einführung erlauben wir uns, den "Werbetext" des Verlags zu veröffentlichen.

Weiterlesen: GERHARD FOLKERTS' BUCH ÜBER THEODORAKIS

http://lesoufflecestmavie.e.l.f.unblog.fr/files/2012/06/crise-grecque.jpgSeit vielen Jahren, aber vor allem in den letzten fünf Jahren,  erlebten wir das völlige Versagen der Gesamtheit unserer politischen Welt, welches das Land an den Rand eines nationalen Prüfung geführt hat, nur einen Schritt vor einer Katastrophe historischen Ausmaßes entfernt.

Vor kurzem erlebten wir  die Bemühungen einiger ausländischer Mächte  (unabhängig davon, was unsere eigene Verantwortung ist),  methodisch zu planen, wie wie sie unser Land in jeder Hinsicht, national, historisch, kulturell, sozial, zerstören und die Menschen, unser Volk, zu Sklaven machen könnten, die um ein Stück Brot betteln würden.

Wir sahen, wie sie versuchten, die vollständige Kontrolle über das Stromsystem des Landes zu gewinnen und dieses
zu einem Instrument für die Umsetzung ihres Plans der Übernahme aller Bereiche des nationalen Lebens, mit als besonderem Schwerpunkt der Waffe der Wirtschaft, und so die Demontage der griechischen Gesellschaft in allen Bereichen zu erreichen: Arbeit, Bildung, Wachstum, Handel, Produktion, Kultur.

Wir sahen, wie sie versuchten, auch die vollständige Kontrolle über die kritischen Bereiche der internationalen Beziehungen und unserer Landesverteidigung zu übernehmen.

Wir sahen ihre Memoranden und Kreditverträge, die jede Beziehung zu einem anderen Land als den ihren auszuschließen und durch diese Exklusivität die vollständige Kontrolle über unser Land und auch über unseren gemeinsamen Wohlstand, unsere Häfen, Flughäfen, Hauptverkehrsstraßen, Solarenergie, Wasser, öffentlichen Gebäude, historischen Denkmäler zu bestimmen, sowie Bildung und Kultur zu steuern.

Weiterlesen: THEODORAKIS ZUR KRISE UND ZUM REFERENDUM

Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias im Gespräch

Griechenland ist pleite und steckt in vielerlei Hinsicht in einer Sackgasse. Während in Deutschland in den letzten Jahren vor allem zu erfahren war, dass Griechenland seit 2010 auf einen Rettungsweg gebracht wurde, nahm die humanitäre Katastrophe beständig größere Ausmaße an. Die bereits bestehenden Beschädigungen der Demokratie traten immer deutlicher zutage und die Schuldenberge wuchsen weiter. Erst in letzter Zeit setzte außerhalb Griechenlands die Erkenntnis ein, dass die Situation in mehrfacher Hinsicht falsch eingeschätzt worden war. 

Wie geht es weiter? – Auf diese Frage scheint derzeit niemand eine überzeugende Antwort geben zu können. Griechenland scheint abgeschrieben.

In dieser offensichtlich ausweglosen Situation versucht eine neu gewählte Regierung seit Beginn des Jahres, Alternativen zur bisherigen Strategie zu entwickeln. “Wie rette ich ein Land?” – dieser Frage geht der griechische Außenminister und Publizist Nikos Kotzias an diesem Abend nach. 

Nikos Kotzias studierte Wirtschaft, Politikwissenschaften und Philosophie, Recht und Europäische Integration in Griechenland und Deutschland. Er forschte und lehrte an den Universitäten von Marburg, Oxford und Harvard, und ist Professor für Politische Theorie und Internationale und Europäische Studien an der Universität von Piräus.

29.5.2015 um 18 Uhr
WDR Funkhaus, Klaus-von-Bismarck-Saal
Veranstaltung in deutscher Sprache

siehe auch:
http://www.philcologne.de/programm/e/article/1620-wie-rette-ich-ein-land/

 



Alexis Tsipras & Yannis Varoufakis

"Die Euro-Gruppe und ihr niederländischen Präsident, das sind Bilder, die mich quälen. Ich habe so viel durchgemacht, weil ich durch das Schicksal als Grieche geboren bin, und als Grieche muss ich nicht nur die Launen der Mächtigen ertragen, sondern auch noch den Kopf senken und sogar lernen, 'sie' zu lieben! Aber ich konnte es nie über mich bringen, den Niederländer mit der Brille zu mögen.

Und so kam er denn, ein arroganter Potentat, um eine Nation zu schelten, die würdig des Lachens und des Weinens ist, eine Nation, die hoch erhobenen Hauptes vergessen hat, dass sie Bürger zweiter Klasse darstellt, für Europa, für die Euro-Gruppe und für ihren Präsidenten, Herrn Jeroen Dijsselbloem.

Doch dann geschah ein Wunder der Art, wie sie in den Tiefen meiner Erinnerung vergessen liegen. Zwei Vertreter dieser Menschen zweiter Klasse, Tsipras und Varoufakis, überreichten ihm mit einer seltenen Ruhe und Kaltblütigkeit, zwei leuchtende und dennoch freundliche "NEIN", die ihn so sehr verärgert haben, dass er seine Rolle als "Europäischen Edelmann" vergaß, - woraufhin er hinausstürmte und nach dem schnellsten Ausgang suchte.

Dies ist der Augenblick, in dem alles vergessen ist. Wir sind wieder zu stolzen Griechen geworden. Wir haben unsere Größe wiedererlangt. Wie und warum das passiert ist und wohin es führen wird, dies sind Details für die Griechen, die mit Symbolen gelebt und überlebt haben. Und ich halte es für feige, sich auf Kleinigkeiten zu konzentrieren in diesem Moment nationalen Stolzes."


Athen, 31/01/2015
Mikis Theodorakis

 

Deutsche Übertragung: Guy Wagner

 

cf. greece.greekreporter.com 2015/02/01/

 
Ich beglückwünsche SYRIZA zu seinem großartigen Wahlsieg.

Mit SYRIZA haben wir in der Vergangenheit oft zusammen für die Ziele der nationalen Unabhängigkeit und Souveränität, für die Befreiung des griechischen Volkes von Fremdherrschaft sowie für dessen Rechte gekämpft. Darum ist für mich die Höhe des Anteils der Wählerstimmen, die für SYRIZA abgegeben wurden, ein sehr positives Zeichen.

Zugleich möchte ich betonen, dass das neue Parlament und die neue Regierung zwar aus dem bestehenden System hervorgegangen sind, jedoch eigentlich den Absichten der Anti-Memorandumsparteien entspringen.
 
Das bedeutet, dass wir uns jetzt am Anfang eines leidvollen Wegs befinden, also an dem Punkt, an dem die Programme und die Versprechen zu Taten und zu Resultaten führen müssen.
 
 
Wir dürfen nicht vergessen, dass das griechische Volk in seiner Mehrheit erwartet, dass sich ein umfassender System-Wandel vollzieht, entsprechend den ausdrücklichen Zusagen und Wahl-Versprechen vor allem von SYRIZA aber auch von ANEL (Unabhängige Griechen), die ein Ende der Memoranden vorsehen, ein Ende der Troika-Politik sowie des unerträglichen Drucks von außen. Darum vor allem konnte SYRIZA so viele Wähler gegen jene Politik der Memorandenparteien, die in Griechenland seit 2010  herrschten, in seinen Reihen vereinen.  
 
Die Ergebnisse der gestrigen Wahl zeigen ganz klar, dass eine große Mehrheit unseres Volkes die Abhängigkeit unseres Landes von fremden Mächten nicht mehr akzeptiert. Es will seine nationale Unabhängigkeit, die für uns, die SPITHA-Bewegung, das höchste und eigentliche Ziel ist.
 
Wir waren schon immer der Überzeugung, dass es in unserem Volk diese massive Mehrheit gibt, die die Abhängigkeit von fremden Mächten ablehnt und sich eine nationale Unabhängigkeit wünscht. Aus diesem Grund haben wir die Bewegung EL.LA.D.A gegründet, in der Hoffnung, dass diese Mehrheit sich vereinen könnte in einer großen, dem Wohl unseres Volkes und unseres Landes dienenden Bewegung, die dazu imstande wäre, es mit dem bestehenden System (einem Gemisch aus in- und ausländischen Kräften) aufzunehmen, unser Land von jedweder Fremdbestimmung zu befreien und ihm die nationale Unabhängigkeit zu schenken.

Dieser Vision bleibe ich treu. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht jede Initiative der neuen Regierung begrüßen und sie unterstützen werde, falls sie tatsächlich den Mut aufbringen sollte, sich mit den Gegnern unseres Volkes  anzulegen. Ich werde außerdem jeden Versuch der neuen Regierung unterstützen, der dazu dient, all jenen Ungerechtigkeiten, die es in unserem Land gibt, ein Ende zu setzen und der einen Ausweg aus dem Klammergriff der Memoranden zum Ziel hat.

Der nötige Realismus und unsere Liebe zum Volk verpflichten uns, an diesen Kämpfen teilzuhaben und unserer Verbitterung - im Hinblick auf die Spaltung unserer Volksfront in von einander unabhängige und oftmals sich bekämpfende Partei-Gruppen -  entgegenzuwirken, damit wir nicht zu passiven Beobachtern werden.
 
Zudem sind wir alle, die wir dem außerparlamentarischen Spitha-Netzwerk EL.LA.D.A. angehören, und zwar unter Einbeziehung all unserer Kräfte, bereit, jede Herausforderung anzunehmen, um unserem Ziel, unsere nationale Unabhängigkeit zu erringen, näher zu kommen.

Athen, 26.1.2014
Mikis Theodorakis
 
Übertragung: Ina Koutoulas

Ich bin nach wie vor gegen die “Memorandum-Politik”. Das heißt, dass ich strikt gegen eine Wahl bin, bei der es lediglich darum ginge, den bestmöglichen Verwalter für die Durchsetzung der Bedingungen des Memorandums zu bestimmen.

Allen, die mich fragen, welche Haltung ich im Hinblick auf die kommenden Wahlen – und insbesondere bezüglich der SYRIZA-Partei – einnehme, möchte ich folgende Antwort geben: Ich bin bereit, SYRIZA zu unterstützen – allerdings nur unter der Bedingung, dass sie sich vor den Wahlen verpflichtet, im Fall einer Regierungsbildung im Parlament als Erstes den Entwurf für ein Gesetz einzubringen, das unser Land von den furchtbaren Bedingungen des Memorandums ein für allemal befreit.

Denn für mich wäre es inakzeptabel, dass eine linke Partei unter einem Diktat von Bedingungen regiert, die die Aufgabe unserer nationalen Unabhängigkeit und Souveränität, also die Unterwerfung unter fremde Mächte bedeuten.

Athen, den 6. Januar 2015

Mikis Theodorakis

 

Deutsche Übertragung: Ina Koutoulas

Photo: Famouspeople

Eine Hommage an den griechischen Musiker, Dichter und Freiheitskämpfer
Mit Rolf Becker (Rezitation), Julia Schilinski (Gesang), Gerhard Folkerts (Klavier)

Die CD "Mikis Theodorakis - Ein Leben für die Freiheit" ist am 11. April 2014 in dem Hamburger Theater POLITTBÜRO vorgestellt worden. Sie ist eine Hommage an den griechischen Musiker, Dichter und Freiheitskämpfer. Das Charakteristische der etwa 71 Minuten langen CD sind die im Wechsel vorgetragenen Texte und Lieder, die jeweils eine inhaltliche Einheit von Poesie und Musik mit Bezug zu Theodorakis' Leben und Schaffen bilden. Dabei ist Bekanntes (z.B. Zorbas) und Unbekanntes (z.B. Kleine Anemonen oder Weil ich mich nicht Gesetzen beugte) zu hören. Das Programm startet mit einer kurzen Audiobotschaft (auf der Bühne: Videobotschaft) von Mikis Theodorakis, die im Mai 2010 in seinem Wohnhaus aufgenommen wurde und deren deutsche Version von Rolf Becker (auf der Bühne: live) dazu gesprochen wird.

Weiterlesen: MIKIS THEODORAKIS – EIN LEBEN FÜR DIE FREIHEIT

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